Klinikclown: ein Therapeut ohne Ziel und gleichzeitig hochwirksam zur Entlastung in Kliniken und im Seniorenwohnen?

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Humorforscherin Laura Korock hat gemeinsam mit Prof. Tabea Scheel und unserem Humorexperten und KlinikClown Sören Kaspersinski die Wirkungen der Humortherapeuten untersucht:

Clownsbesuche werden zunehmend als psychosoziale Interventionen in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen eingesetzt. Die bisherige Evidenz basiert jedoch überwiegend auf qualitativen und/oder kurzfristigen Studien; kontrollierte Längsschnittuntersuchungen, die Auswirkungen auf affektive, resilienzbezogene, schlafbezogene und funktionelle Endpunkte untersuchen, fehlen weitgehend. Darüber hinaus ist die Bedeutung der individuellen Besuchshäufigkeit bislang kaum erforscht.

Wie wurde das untersucht?

Diese kontrollierte Längsschnitt-Feldstudie untersuchte die Auswirkungen von Clownsbesuchen über einen Zeitraum von zwei Jahren in vier stationären Langzeitpflegeeinrichtungen in Ostdeutschland. Es wurden ca. 140 Bewohner:innen und in einer Kontrollgruppe (kein Clownsbesuch) ca. 50 Bewohner:innen, Clowns und Pflegekräfte befragt und durch Humorworkshops begleitet.

Es wurden Affekt, Resilienz, Schlafqualität und Funktionalität erfasst. Zur Analyse der Gruppenunterschiede hinsichtlich der Veränderungen im Zeitverlauf sowie zur Prüfung der moderierenden Wirkung der individuellen Besuchshäufigkeit wurden Mehrebenenmodelle eingesetzt. Explorative Mehrebenenanalysen unterschieden zudem Zusammenhänge innerhalb von Personen (within-person) und zwischen Personen (between-person).

Welche Ergebnisse sind wichtig:

Nach einem Jahr zeigten Bewohner:innen, die Clownbesuche erhielten, im Vergleich zur Kontrollgruppe günstigere Entwicklungen hinsichtlich schlafbezogener Parameter und depressiver Stimmung. Nach zwei Jahren waren die Rückgänge der positiven Stimmung und der Resilienz in der Interventionsgruppe signifikant geringer ausgeprägt.

Zwischen den Personen war eine höhere Besuchshäufigkeit dagegen mit stärkerer Desorientierung, höherem positiven Affekt und geringerem negativen Affekt verbunden.

Ws bedeutet das:

Clownbesuche zeigten zeitabhängige positive Effekte auf die Stimmung, die Schlafqualität und die Resilienz der Bewohner:innen – ohne nachteilige Auswirkungen.

Ihr Beitrag scheint insbesondere darin zu liegen, das emotionale Wohlbefinden der Bewohner:innen zu fördern und ihre Resilienz langfristig zu erhalten, anstatt funktionelle Verläufe allgemein zu verändern.

Die Clownsbesuche müssen natürlich flexibel an die psychosozialen und funktionellen Bedürfnisse der Bewohner:innen angepasst wurde. Damit können Clownbesuche zu einer präventiven Versorgung sowie zu einem unterstützenden emotionalen Klima in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen beitragen und bieten zugleich potenzielle Vorteile für die pflegerische Praxis.

Hier könnt Ihr euch gleich in die Wissenschaft stürzen und diese Studie vertiefen: https: Clown-Studie Springer Nature